Jubiläumssonntag am 29. Januar 2012: 100 Jahre Bethesda Krankenhaus in Stuttgart

Über 300 Gäste begrüßte Pastor Burkhard Seeger am Jubiläumssonntag zum Festgottesdienst anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Krankenhausarbeit im Bethesda Krankenhaus Stuttgart. Am 31. Januar 1912 wurde damals die umgebaute Villa Mohl als stationäre Klinik eingeweiht – in der Verantwortung von Bethesda-Diakonissen aus dem Wuppertaler Mutterhaus.

Die Aufgabe der Krankenpflege ist bis heute dieselbe geblieben, sagte Rosemarie Wenner, Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche, in ihrer Predigt zu Psalm 84: „Gott sieht die Kranken!“ Sie dankte allen Mitarbeitenden, die in ihrer täglichen Arbeit etwas von Gottes Freundlichkeit ausdrücken „und dieses Krankenhaus zu einem Ort der Barmherzigkeit machen.“

Die Predigt von Bischöfin Wenner kann als PDF-Datei hier heruntergeladen werden.

In der vollbesetzten Krankenhauskapelle verfolgten über 300 Besucher die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Krankenhausjubiläum und erlebten die Aufführung der Bachkantate BWV 79 „Gott der Herr ist Sonn und Schild“ unter der Leitung von Bezirkskantor Andreas Gräsle aus Ditzingen.

Bürgermeister Werner Wölfle unterstrich in seinem Grußwort, dass die Stadt Stuttgart stolz auf die Trägervielfalt der Krankenhäuser sei und dass das Bethesda Krankenhaus einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung leiste. Stadtdekan Hans-Peter Ehrlich hob in seinem Beitrag die gute ökumenische Zusammenarbeit hervor, die schon viele Jahre in den Bereichen Krankenhausseelsorge, Grüne Damen, Ambulante Dienste und Notfallseelsorge zu einer guten Verbindung führt.

Beim Bilderrückblick am Nachmittag erzählte Diakonisse Hilde Reiser von ihrer Zeit auf der Entbindungsstation. Auf ihre Frage: „Wer von Ihnen ist denn hier geboren oder hat bei uns ein Kind zur Welt gebracht?“ gingen etliche Hände im Zuschauerraum hoch. Seit der Gründung hatte Bethesda eine sehr erfolgreiche Geburtshilfestation. Durch Umstrukturierungen im Krankenhausplan wurde die Abteilung 1972 geschlossen. Stattdessen konnte eine moderne Intensivstation eröffnet werden – eine wesentliche Voraussetzung für die Weiterentwicklung der chirurgischen und internistischen Behandlung mit heute vier Hauptfachabteilungen in den Bereichen Allgemein- und Viszeralchirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie, Innere Medizin und Geriatrie sowie Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin und mit Belegabteilungen für Hals-Nasen-Ohren­heilkunde, Gefäßchirurgie und Proktologie.

Haus der Barmherzigkeit: Bethesda Krankenhaus veröffentlicht Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum

Die geschichtliche Entwicklung von 1912 bis 2012 wurde von der Stuttgarter Autorin Ulrike Voigt in einer Festschrift zusammengestellt. Unter dem Titel „Haus der Barmherzigkeit“ wird mit vielen Bildern und Originalzitaten der Wandel des Pflegeberufes, die schwierigen Bauphasen und die Entwicklung des Gesamthauses beschrieben.

Das Buch umfasst 160 Seiten und kann gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro im Bethesda Krankenhaus bestellt werden: infothis is not part of the email@ I don't like SPAMbethesda-stuttgart.de

 

Konfessionelle Krankenhäuser haben ein großes Plus durch die ethische Prägung

Bei der Podiumsdiskussion am 1. Februar im AGAPLESION BETHESDA KRANKENHAUS STUTTGART unterstrich Sozialministerin Katrin Altpeter, dass gerade für ältere und hochbetagte Patienten eine Behandlung auf hohem Niveau sichergestellt werden muss.

Sozialministerin Katrin Altpeter gratulierte in ihrem Impulsvortrag dem Bethesda Krankenhaus sehr herzlich zum 100. Geburtstag und lobte die Einladung zur Podiumsdiskussion, denn „100-Jährige müssen fit bleiben, auch durch den Austausch von Erfahrungen und die Entwicklung von Ideen.“ Altpeter betonte, dass die Gesundheitspolitik sich am Patienten orientieren muss und dass das solidarische System weiterentwickelt werden soll: „Jeder hat das Recht auf eine gute Versorgung.“ Gerade für ältere und hochbetagte Patienten muss die Qualität der Behandlung auf hohem Niveau sichergestellt werden: „Wir wollen, dass mehr Krankenhäuser eine geriatrische Behandlungseinheit bereitstellen.“ Das Bethesda Krankenhaus hat bereits seit 2006 ein Zentrum für Altersmedizin etabliert und die Akutgeriatrie kontinuierlich ausgebaut. „Die älteren Menschen sind mit Ihrer Erfahrung und Kompetenz in Ihrem Haus gut aufgehoben“, unterstrich die Sozialministerin, „und ich wünsche Ihnen für die zukunftssichere Weiterentwicklung viel Erfolg.“

Unter der Moderation von Michael Lehmann vom SWR diskutierten fünf Experten über die Frage „Welchen Beitrag leisten konfessionelle Krankenhäuser in der Stuttgarter Kranken­haus­landschaft?“ Auf dem Podium gab es einen regen Austausch zwischen Ministerialdirigent Dr. Joachim Kohler, AOK-Vorstand Dr. Christo­pher Hermann, Ärztevertreter Dr. Markus Klett, Geschäftsführer Volker Geißel vom Evangelischen Krankenhausverband Baden-Württemberg und AGAPLESION Vorstand Gerhard Hallenberger.

Oowohl positive Stimmen aus dem Publikum über den familiären Charakter und die christliche Ausrichtung des Bethesda Krankenhauses als auch Erfahrungen der Podiumsteilnehmer machten deutlich, dass konfessionelle Häuser ein großes Plus durch die prägende Haltung vieler Mitarbeitenden und die ethische Orientierung der Unternehmensleitung haben: „In konfessionellen Häusern erlebe ich einen sehr feinen, positiven Unterschied, einen Art Vorsprung, den ich sehr schätze und den ich für meine Patienten auch in Anspruch nehme“, so Dr. Markus Klett als Vertreter der Ärzteschaft.

Spontanen Applaus erhielt Volker Geißel, langjähriger Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhausverbands Baden-Württemberg, für seine Mahnung, „dass die Wertschätzung aller Beschäftigten im Gesundheitsbereich und die Finanzierung einer angemessenen Entlohnung eine wichtige Rolle für die Zukunftssicherung der Krankenhäuser spielt.“

Sowohl Dr. Joachim Kohler vom Sozialministerium als auch Dr. Christopher Hermann von der AOK waren sich mit den Podiumsteilnehmern darüber einig, dass die Bereitstellung von sektorenübergreifenden Versorgungsketten dringend optimiert werden muss. „Kein Patient darf wegen der kurzen Verweildauer im Krankenhaus in eine Notsituation fallen“, so AOK-Chef Hermann. „Alle Beteiligte müssen mit einbezogen sein“, unterstrich Kohler „die Schnittstellen im Übergang vom Krankenhaus zur häuslichen Betreuung oder zur Reha-Versorgung müssen klar organisiert sein.“ Gerhard Hallenberger von Agaplesion wies darauf hin, dass das Bethesda Krankenhaus als eines der ersten Krankenhäuser in Stuttgart eine Pflegeüberleitung etabliert hat, die sich strukturiert um die Weiterbetreuung der Patienten kümmert und Teil des Therapeutischen Teams in der Akutgeriatrie ist.

Für die engagierte Diskussion gab es viel Applaus von den über 100 interessierten Besuchern. Die Gäste waren einer Meinung mit Ministerialdirigent Kohler: „Konfessionelle Häuser sind in unserer Krankenhauslandschaft nicht wegzudenken.“